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Vollständige Version anzeigen : Vertrauen gewinnen?


FussL.
26.07.2007, 14:24
Hallo zusammen,

vorweg möchte ich sagen, dass ich mich nicht viel mit dem Verhalten, deren Körpersprache usw. von Hunden beschäftige. Ich habe zwar fast täglich mit ihnen zu tun, aber Lektüren oder ähnliches über dieses Thema habe ich noch nicht gelesen. Aber jetzt zum eigentlichen Thema:

Ich bin ja in einem Reitstall und dort gibt es massenweise Hunde. Mit den allermeisten bin ich dick befreundet ;) und wir verstehen uns sehr gut, spielen & schmusen zusammen. Sie begrüßen mich auch immer ganz herzlich wenn ich komme.
Aber wir haben eine Hündin im Stall, die sehr schüchtern ist. Sie braucht sehr lange, bis sie Vertrauen zum Menschen aufbaut, bisher hat sie nur zwei "Vertrauenspersonen". Sie ist zu uns gekommen, als sie noch sehr klein war, wir haben sie von einem Landstreicher abgekauft.
Sie war schon immer etwas zurückhaltender als ihre Schwester, aber jetzt ist sie schon fast ein 3/4 Jahr hier und hat immer noch Angst vor mir. Vor etwa einem Monat sind die beiden kastriert worden. Ich war dann immer sehr lange bei ihr, habe sie gestreichelt und mit ihr geredet. Sie hat das ganze auch mehr oder weniger "über sich ergehen lassen", am Anfang war sie immernoch sehr angespannt, aber nach einer Weile hat sie es glaube ich auch genossen. Aber seit sie wieder auf den Beinen ist und herumtoben kann, darf ich sie wie früher nur noch sehr selten anfassen. Ich spreche sie immer wieder leise an & strecke ihr vorsichtig die Hand hin, aber die schnuppert nur mit Entfernung daran und macht dann einen Bogen um mich. Fast jeden Abend gebe ich den beiden auch ihr Essen, sie hört auch gut auf mich, aber sobald man ihr zu nahe kommt, weicht sie eben aus.

Jetzt wollte ich fragen, wie ich ihr Vertrauen zu mir etwas mehr aufbauen kann. Ich möchte ihr einfach zeigen, dass sie vor mir keine Angst haben brauch. Leider habe ich so gut wie keine Ahnung von der Körpersprache des Hundes, also weiß ich auch gar nicht so wirklich, was ich ihr gegenüber ausdrücke.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein paar Vorschläge geben könntet, wie ich sie an mich gewöhnen kann.


Liebe Grüße, Fussl.

Roona
26.07.2007, 23:10
Hei

Kannst du mir einmal beschreiben, wie du dich dem Hund näherst? Wie sind deine Armei, wo schaust du hin, wie ist deine Körperhaltung? Wie sprichst du mit ihr, usw. Möglichst bis in jedes Detail, dann kann ich mir auch ein besseres Bild machen...

Und wie reagiert sie? Ohren, Kopf, Körperhaltung, Rute,....

Flummi1
27.07.2007, 09:13
Hi Fussl!
Ich habe einen ähnlich gearteten Hund, ne kleine Hündin um genauer zu sein.
Sie brauchte auch ewig, um richtig Vertrauen auf zu bauen und gegenüber Fremden ist sie zumeist auch sehr schüchtern und zieht sich lieber zurück.
Bei so verängstigten Hunden sollte man sich klein machen und sie von selbst kommen lassen, sie also zum Kontakt nicht zwingen, das verschüchtert noch mehr. Ansonsten im umgang nicht verhätscheln oder bemuttern wollen, sondern so selbstverständlich wie möglich auch alles wesentliche zeigen und bei bringen, das baut zumeist Selbstvertrauen und eine Verständigungsbasis auf.
Habe bei meiner übrigens die Erfahrung gemacht, dass sie ungern von oben (außer von ganz engen vertrauenspersonen) gestreichelt werden mag. Sie denkt, glaub ich immer, sie würde dann einen drüber kriegen. Besser ist, wie gesagt, klein machen, und von unten anfangen zu streicheln. Vielleicht anfangs auch ordentlich bestechen.....;)

Raya
27.07.2007, 12:24
hi
also allzu bestechen würd ich nicht. was ich dir raten kann, ist, ihr nicht in die augen zu schauen, denn dieses fixieren ist für die hunde bedrohlich. ausserdem immer mit der schulter gegen den hund gerichtet, also seitlich auf ihn zugehen und wie flummi schon gesagt hat, nicht von oben sondern eher von unten streicheln. alles was von oben kommt, wirkt bedrohlich. ausserdem solltest du darauf achten, dass sie immer "fliehen" kann, wenn es ihr zuviel wird. also das ganze nicht in einer ecke oder so üben. der hund muss sehen, dass du ihm nichts böses willst.
ansonsten interessiert mich genau das gleiche, wie roona. also das ganze mal ein bisschen beobachten, aber wie gesagt, den hund dabei nicht fixieren (ja, das ist schwieriger, als man denkt ;))

ich denke, da du einen sehr guten draht zu hunden (tieren) hast, wird dir das sicher gelingen. es braucht halt einfach viel geduld...

Toto
27.07.2007, 12:34
Mein Hund war auch total ängstlich, als ich ihn aus Spanien geholt hatte.
Er ist jetzt noch bei anderen Leuten ängstlich.
Bei manchen mehr, bei anderen weniger. Ist einfach so. Kann morgen aber wieder anders sein. Wenn er mal keine "Angst" vor jemanden hatte, heißt das nicht, dass es morgen immer noch so ist.

Was halt immer hilft, ist das von unten streicheln. Einmal sich selber klein machen und dann auch am Kinn anfangen zu berühren. Natürlich erstmal schnuppern lassen.
Danach, je nach Reaktion, kann man den Hund dann auch am Kopf streicheln.

Generell kann man sagen, das es besser ist, den Hund nicht auszusehen, ihn am besten sogar zu ignorieren. Lass ihn das Tempo bestimmen und ob er überhaupt kommen will.
Auch vorsichtiges annähern, mit leisem Reden und so, bewirkt eher das Gegenteil, wenn man auf dierektem Wege sich dem Hund nähert.

Also einfach sich in der Nähe sich auf dem Boden setzen und ihn ignorieren.
Wenn er dann kommt ich vorsichtig von unten streicheln und sehen was passiert. Wenn er nicht mehr will, einfach gehen lassen und ignorieren.
Natürlich darf er bestochen werden mit Leckerlies oder ähnliches.

Du fütterst ihn auch ?
Dann würde ich ihn mal mit der Hand füttern. (Ich hoffe ihr nimmt Trockenfutter ? )
Das hat super geklappt. Gleiches Verhalten wie oben beschrieben, nur das er halt mehr zum bestechen bekommt.
Wenn er nicht mehr will, kommt das Essen komplett weg.
Er SOLL zu dir kommen, weil er Hunger hat. Mit Hunger kann man soviel positives erreichen beim Hund. Gibt keine bessere Motivation - meistens ;)

FussL.
08.08.2007, 13:12
Da unser Stall eine Woche Turnier gehabt hat & ich Tag und Nacht da war (also auch dort geschlafen habe) hab' ich super Nachrichten :jo:

Sie hat sich immer mehr an mich gewöhnt, weil ich eben 7 Tage lang OHNE Unterbrechung um sie herum war. Da alles auch ein wenig stressig war, kam sie immer öfter vorsichtig zu mir geschlichen & hat sich erstmal nur mit etwas Abstand an meine Füße gelegt. Bald aber hat sie sich schon an meine Beine geschmiegt und wollte gestreichelt werden. Als ich dann ins "Bett" (= Schlafsack) gegangen bin, ist sie zu mir gelegen und am nächsten Morgen hat sie mich sogar abgeschleckt. Sie hört jetzt auch wenn ich rufe und springt auch manchmal an mir hoch.
Ich weiß nicht was sie letztendlich davon überzeugt hat, dass ich ungefährlich bin, aber Hauptsache sie bleibt bei dieser Meinung. Ich bin ja mal gespannt wenn ich das nächste Mal in den Stall gehe, ob sie sich noch genauso benimmt, oder ob sie schon wieder vergessen hat das ich ungefährlich bin. ;)

Auf jeden Fall vielen Dank euch allen!



LG





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