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Vollständige Version anzeigen : Streunen etc.


Buddy
23.03.2006, 10:16
Hallo,

es geht mir hier um ein Problem, welches eigentlich noch gar nicht da ist :D , nämlich um folgendes: Wir bekommen morgen einen neuen 4jähr. Hund, unkastriert (wird er aber bald) und lt. Vorbesitzer mit etwas (?) Jagdtrieb ausgestattet. Zwar sind wir jetzt nicht ganz unerfahren in Sachen Hunde (-erziehung), jedoch hatten wir diese Situation bisher noch nicht. Unsere Hunde haben wir im Welpenalter bekommen und somit kannten sie unsere Regeln von Anfang an.....und eine wichtige davon lautet nun mal, unser Grundstück nicht ohne uns zu verlassen !!!

Wir haben einen Resthof, der zwar optisch ganz gut eingegrenzt ist, aber aben nicht "hundesicher". Unser Neuer ist ein lieber, freundlicher Bearded/Schäfer-Mix, dem es offensichtlich schnell langweilig wird und er dann eben mal losgeht, um vielleicht Interessanteres zu entdecken. Er soll zwar recht schnell wiederkommen, aber das soll's ja nun wirlich nicht sein.

Jetzt meine Frage: Wie kann ich ihn am besten die Grundstücksgrenzen erklären und von vornherein verhindern, dass er "stiften" geht? O.k., Beschäftigung und Aufpassen ist klar, aber leider kann es ja doch mal im allgemeinen Tagesablauf passieren, dass man ihn kurz aus den Augen lässt :( . Ich möchte ihn nicht auf dem Hog anleinen o.ä. müssen - das war schließlich sein bisheriges Leben !!

Natürlich werden wir uns nach einer gewissen Eingewöhnungs-/Kennenlernphase prof. Hilfe in einer geeigneten Hundeschule holen, aber bis dahin sollte er trotzdem schon mal auf dem Hof bleiben ;) :nicken: .

Ach so, wir haben noch einen 11jähr.Hund und somit die Hoffnung, dass sich der Neue wenigstens etwas an diesem orientiert, allerdings bezweifel ich, dass das gegen Streunen hilft.

Ich freue mich auf zahlreiche Tipps von euch, wie ich unser kleines Problemchen (=Streunen) möglichst gleich von Anfang an richtig angehe.

Danke schon mal an alle.

LG
Buddy

Oschn
23.03.2006, 12:38
Hm, so richtig Tipps geben kann ich da garnicht, weil jeder Hund gerne mal auf eigene Faust loszieht; unser damals auch und weil im Grunde bei uns es nicht gefährlich war ihn laufen zu lassen, war die Hoftür meist offen...

Was du machen kannst, aber ich weiß halt nicht wie nachhaltig sowas ist, ich hab keine Erfahrung direkt mit Jagdtrieb; du kannst mit Klickern anfangen, das wenn du merkst, er will losziehen zum Jagen etc. das du ihn dann abrufen kannst .

Ist natürlich nix, wenn man nicht dauernt aufpassen kann, was ja fast unmöglich ist, verständlicherweise...

Also ich entfalle bei Jagdtriebtricks, sorry... :(

France
26.03.2006, 12:47
Damit ein Hund nicht abhaut (wie meinr z.B. ;) ) hängt maßgeblich mit der Bindung zu seinem Rudel zusammen.
Was den Jagdtrieb angeht, so suche doch Hilfe bei einem Hundetrainer. Die haben da die meiste Erfahrung und haben einen Überblick darüber, welche Methoden es gibt.
Insgesamt ist natürlich Voraussetzung, dass der Hund a) eine enge Bindung zu seinen Leuten hat und b) dass er genau weiß, wer der Chef im Rudel ist.

Es gibt aber Jagdhunderassen und mischlinge daraus, die man i.A. nie wirklcih frei laufen lassen kann, ohne die Gefahr einzugehen, dass sie jagen --- und dann auch erstmal weg sind. Dazu gehören die meisten Rhodesian Ridgebacks und Windhunde aller Arten.
Interessanterweise funzt das bei Münsterländern teils total gut ;)

Was auch wichtig ist, ist die Tatsache,d ass der Hund ausgelastet ist und nicht aus Langeweile anfängt hinter Wild oder anderen Tieren rumzurasen.

Ansonsten: Frag eine Hundeschule - bin auch nicht so der Jagdhundexperte.

Buddy
28.03.2006, 09:39
Hallo,
zunächst einmal danke für eure bisherigen Antworten, hab die letzten Tage bissl viel um die Ohren gehabt.

So, nun ist ER also bei uns. Ein tolles Kerlchen, total lieb, verschmust, hört wirklich gut auf Grundkommandos..........aber meine Befürchtungen haben sich leider bewahrheitet :nicken: :( .

Am Sonntag - es war sein 3. Tag bei uns - war "unser Teil-Rudel" (=2 Menschen + 2 Hunde) vormittags unterwegs: Einige Erledigungen, langer Spaziergang und Anschauen einer Hundeschule. Am Nachmittag zuhause hat mein Mann dann mit den beiden Hunden noch ne Spielrunde eingelegt........und das war's dann. Direkt aus dem Spiel heraus nahm er plötzlich den Kopf hoch und lief los. Er reagiert weder auf Rufen noch auf Pfeifen etc.......ab über unsere Wiese ins Unterholz........wir haben 41/2 Std. mit mehreren Leuten zu Fuß, zu Pferd, per Fahrrad und im Auto nach ihm gesucht, die Nachbarn, den Jäger, den Bauern und alle möglichen sonst noch informiert, schließlich kennt ihn hier noch keiner und rein äußerlich könnte er dem einen oder anderen sicherlich Angst einjagen (sieht bissl nach nem Wolf aus :) ). Dann hab ich die Tierheime informiert. Alle waren der Meinung, dass er Heimweh hat und versucht, nach Hause zu laufen, doch das passte so gar nicht in das Bild der letzten 3 Tage. Wir haben ihn auch von weiter weg, also würde es ihm auch kaum gelingen können.

Es regnete fast ausschließlich und fing bereits an zu dämmern......wir sind ganz krank vor Sorge.....fahren immer wieder die zum Glück wenigen Straßen in unserer Umgebung ab.....und sehen dabei auch in die Straßengräben :( , wäre ja druchaus möglich, dass er angefahren wurde. Als es dunkel ist, geben wir die Hoffnung eigentlich auf, ihn noch mal wiederzusehen. Die Chance, dass er im Tierheim abgegeben wird, halten wir für nicht so groß. Wir nehmen uns vor, am nächsten Tag Suchanzeigen zu schalten und auszuhängen......und schauen doch immer wieder vor die Tür.

Um 23.30 Uhr geht mein Mann das letzte Mal mit unseren Hund raus, lässt das Hoftor ausnahmsweise heute auf sowie auch unsere Stalleingangstür. Dann gehen wir schweren Herzens zu Bett. Um ca. 0.15 Uhr hören wir beide Geräusche aus der Tenne - eigentlich nichts ungewöhnliches, da wir noch ca. 4 Mitesser(Kater) versorgen - aber diesmal geht mein Mann nachschauen: :eek: UND DA STEHT ER......... :eek: völlig verdreckt auf unserer Tenne und freut sich, als wenn es keinen Morgen mehr gibt !!!!!! Er springt hoch, jault vor Freude und kriegt sich gar nicht mehr ein ! :lach: :confused: (uns ging es allerdings ebenso :D )

Er war über 9 Std. weg !!! Und ist wieder alleine zu uns zurückgekommen !

Was zum Geier nochmal sollen wir davon halten ?? :confused:

Tja, jetzt ist er leider doch auf dem Hof an einer langen Laufleine.....denn jetzt ist aus meiner Befürchtung eine schreckliche Angst geworden. Und wir werden hart daran arbeiten, dass er sich wenigstens auf dem Hof frei bewegen kann und auch bleibt.

Das musste ich jetzt kurz berichten... und bin weiterhin für jeden Tipp dazu dankbar.
Drückt uns bitte fest die Daumen......ich glaube, das brauchen wir dringend !

LG
Buddy

jolli2001
29.03.2006, 20:52
Hallo Buddy!
Puh,ein Hütehund als Wach/Hofhund?!Da habt ihr euch aber ne Menge vorgenommen...
Dem Hund fehlt nun mehr alles was seinen Fähigkeiten und eigentlichen Aufgaben entspricht:
1.Die Hütearbeit auf WEITE DISTANZEN
2.Hütearbeit als KOPFARBEIT
3.Hütearbeit mit GANZ VIEL BEWEGUNG

Sehr schwer und fast unmöglich deinem Hund diese Bedürfnisse zu erfüllen.
Den besten Tipp den ich dir geben kann,ist eine gute Hundetrainerin zu suchen,die sich am besten noch auf Hütehunde in Privathand spezialisiert hat,was ich dir nicht raten kann,ist selbst daran herum zu experimentieren.

Trotzdem wünsch ich dir viel Erfolg und ganz viel Glück!

Lg jolli

Buddy
30.03.2006, 14:11
Hallo jolly,

im Prinzip hast du sicher recht, jedoch soll er bei uns gar nicht Wachhund sein, allerdings schon auf dem Hof bleiben. Wir sind eben selber viel draussen auf dem Hof, zum Hüten würden ihm ggf. unsere Pferde zur Verfügung stehen, als Kopfarbeit wird demnächst etwas passendes in der Hundeschule begonnen und für die Bewegung sind zusätzlich Ausritte und Fahrradfahren angesagt.
Aber..........ich habe gar nicht den Eindruck als wolle er hüten etc.. Ich kenne ein paar Borders sowie Sheppards.....so benimmt er sich überhaupt nicht. Vielmehr habe ich wirklich den Eindruck, dass er jagen oder doch zumindest hetzen möchte. Passt das zum Hütehund ?

Naja, da wir ihn aus privaten Händen haben, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht, ob die Aussage Schäfer/Bearded so ganz stimmt. Schäfer ok, aber das ist ja bei Mixen nichts aussergewöhnliches...aber den Bearded kann ich einfach nicht entdecken. Es sieht mir eigentlich eher nach etwas Nordischen wie Husky, Eurasier etc. aus, denn er hat gar nicht sooo langes Deckhaar, sehr dolle Unterwolle, bernsteinfarbene Augen, fast Kringelschwanz. Und diese meine Vermutung würde dann auch den ausgeprägten Jagdtrieb erklären (ich weiß schon, weshalb ich eigentlich NICHT von Privat einen Hund übernehmen wollte, aber es kommt eben immer anders :rolleyes: )

Im Moment arbeite ich viel mit ihm an der Schleppleine, das macht er echt klasse. Allerdings werden wir ganz sicher fachliche Hilfe in Anspruch nehmen, nur müssen wir die richtige erstmal finden.

Lieb von euch, dass ihr uns so viel Glück wünscht. Davon können wir gar nicht genug haben :nicken: :) .

LG
Buddy

Buddy
01.02.2007, 12:54
....Grund genug finde ich, mal zu berichten, wie es uns so ergangen ist.

Also, nach einigen angeschauten Hundeschulen haben wir uns für eine entschieden, in der es vllt. nicht ganz so leistungsorientiert zugeht und wo dem Hund vor allem die Kommandos nicht zugebrüllt werden, als wenn er taub wäre.
Als Neulinge kam für uns nur der Bereich „Unterordnung/Gehorsam“ in Frage, doch unser Hund machte seine Sache auf dem Platz so gut, dass die Trainer dort begeistert waren, wie toll er bereits mit uns arbeitet. Da wir, nachdem wir mit einer Aufgabe fertig waren, leider sehr lange auf die nächste Aufgabenstellung warten mussten (es war eine sehr große Gruppe:( ), hat unser Hund (und ehrlich gesagt wir auch) sich dort schnell gelangweilt. Für Agility o.ä. ist unser Hund lt. Trainermeinung leider zu groß und schwer.

Wir haben dann mit einer Hundetrainerin (u. Züchterin von Rhodesian Ridgebacks) Kontakt aufgenommen, die zu uns auf den Hof kam. Sie sah uns, unseren Hund und beobachtete unsere bisherige Arbeitsweise mit ihm, um uns dann zu sagen, dass das ja ein ganz toller, intelligenter, netter, hübscher Hund sei und wir schon auf dem richtigen Weg sind. Es braucht nur Übung und Zeit. Sie fragte uns viel, machte sich noch mehr Notizen, gab uns noch einige Tipps
und verabschiedete sich mit den Worten „Wenn’s Probleme gibt, könnten wir sie ja anrufen“ - diese Telefonberatung wäre auch im bereits gezahlten Preis enthalten :eek: :eek: !!

Hm, das fanden wir jetzt doch ein wenig merkwürdig.......und wandten uns nach einiger Zeit einer Hundepsychologin zu, in der Hoffnung, auf psychologischer Basis dem Problem beizukommen. Sie kam, sah uns, unseren Hund und unsere Arbeitsweise mit ihm.......und sagte fast original das Gleiche über unseren Hund und uns, wie die Trainerin vorher. Wir bekamen auch von ihr, nach eingehender Psychoanalyse unseres Hundes UND uns, den einen oder anderen hilfreichen Tipp und ansonsten würde doch - bis auf den Jagdtrieb eben - alles ganz gut klappen, wir sollten uns vllt. mal an jemanden mit Jagdtrieberfahrung wenden :rolleyes: . Häh, die vorherige Trainerin hatten wir genau danach ausgewählt ! :mad:

So langsam waren wir von den „Fachleuten“ etwas gefrustet ! Ok, man könnte jetzt sagen, wir sind da wohl nicht an die richtigen geraten, aber ihr könnt mir glauben, ich hab mir bei der Auswahl Mühe gegeben, mich sehr viel umgehört und telefoniert/gemailt etc.. Und die billigsten waren es weiß Gott auch nicht.

Danach kamen so einige, teilweise sehr hundeerfahrene Bekannte zu uns, um uns mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, aber jeder hat so seine eigenen, immer etwas anderen Methoden, wovei wir den Eindruck hatten, dass es unseren Hund eher verwirrte als nutzte - zu viele Köche verderben bekanntlich den Brei :nicken: !!

Fazit daraus ist, dass wir jetzt wissen, dass alle Leute, die unseren Hund kennenlernen, ihn supertoll finden :nicken: ......aber DAS wissen wir doch selbst :D .
Wir haben nach diesen Fachleuten dann wieder gemäß unseren eigenen Erfahrungen und Gefühlen mit unserem Hund gearbeitet - allerdings auch in Anlehnung an einige Tipps und Ratschläge, die wir von allen erhalten haben.

Und heute sieht es so bei uns aus, dass sich unser Hund in einem bestimmten Bereich FREI auf dem Hof bewegen kann ohne wegzulaufen, jedoch dürfen wir mit ihm nicht z.B. unangeleint hinters Haus gehen, denn dort fängt bei uns bereits der rege Wildwechsel etc. an ;) !! Er reagiert oftmals auch noch auf Abruf, wenn er schon eine Witterung aufgenommen hat :nicken: . Allerdings liegt hier die Betonung auf OFTMALS, d.h. also (noch;) ) nicht immer. Wenn er dann abhaut, dann höchstens für 2-3 Minuten, danach kommt er mit unterwürfigen Gesten zurück. Selbst im geeigneten Gelände kann er manchmal von der Leine (z.B. wenn er sich vorher auspowern konnte), leider aber immer mit dem Abhau-Risiko verbunden (aber einer der Tipps der Fachleute z.B. war, dass man dem Hund auch irgendwann mal wieder vertrauen schenken muss, damit er die Chance bekommt, sich zu beweisen).

Ich denke, es hat sehr viel ausgemacht, dass wir einen geregelten Tagesablauf haben, in dem der Hund fest eingebunden ist. Er hat bei uns Aufgaben übernommen, hat einen Hundekumpel, der auch seine Sprache spricht, hat neben Spaziergängen regelmäßiges Lauftraining am Pferd/Fahrrad, wir haben sogar (erfolgreich!) mit Zugübungen begonnen (hm, doch Husky??), wir konnten tatsächlich einen Spieltrieb in ihm wecken (hat sich früher für kein Spielzeug interessiert), und, was sicher für ihn das Allerwichtigste ist, er wird als vollwertiges Rudel/Familienmitglied liebevoll umsorgt. Wir sind mächtig stolz und froh, dass wir unser Leben mit ihm teilen dürfen !!:)

Tja......und wenn die Tage wieder länger hell bleiben, werden wir auch unser „Anti-Jagd“-Trainingsprogramm wieder intensiver aufnehmen - ich hab da eine neue, nette Hundetrainerin (mit reichlich Jagdtrieberfahrung!) aufgetan, die mit Hunden in der Gruppe als auch einzelnd im Gelände, nämlich dort, wo die Probleme auftauchen, arbeitet. Sie hörte sich sehr vielversprechend an ;) - wir werden sehen !!

LG
Buddy

Renus
25.05.2007, 19:55
somit kannten sie unsere Regeln von Anfang an.....und eine wichtige davon lautet nun mal, unser Grundstück nicht ohne uns zu verlassen !!!

mhh wenn das mit dem neuen hund nicht klappt, dann könnt ihr ja versuchen mit einem absperrband o.ä. das grundstück abzugrenzen, dh. der hund weiß das da eine Grenze ist (auch wenn ihr später die abgrenzung weg nimmt, und er sie nicht mehr sieht, denn auf dauer is des rein optisch gesehen auch nicht gerade schön) Also zuerst solltet ihr ohne ablenkung den hund auf eurem gelände, mit einer Langen leine, rumlaufen lassen und sobalt er anstalten macht sie zu überschreiten wird er bestraft, also erschrecken mit einen Nein, du verstehst mich schon^^, auf dauer verbindet er das wiederum mit einem "ouuu nicht gut" so lernt er das er egal was passiert nicht alleine abhauen kann. Später dann läuft der ein oder ander hund noch dran vorbei, ein kleines Häschen hinterlässt dort eine spur oder sonst etwas, aber das solltet ihr dann wieder mit langer leine versuchen, irgendwann wirds schon klappen





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