Vollständige Version anzeigen : Neue Zeckenart...
kleinerChessy
05.08.2007, 16:11
Hallo an alle Hundebesitzer,
ich war vorhin bei meinem vater und er erzählte mir, dass kürzlich der Hund seines Bekannt gestorben (bzw jämmerlich verreckt) ist, weil er von einer neuen Sorte von Zecken gebissen wurde. Dieser Biss sorgt dafür, dass sich die Adern des Hundes auflösen und er innerlich verblutet.
Die Zecke ist größer als die normalen und hat ein Netzmuster auf dem Rücken. Akut sind sie wohl vorallem in Nonnenweier und Ottenheim am Rhein (BaWü, Ortenaukreis).
Ich als Hundebesitzer und Rhein-Spaziergänger bin jetzt natürlich ziemlich besorgt. Mein Vater meinte es gibt in Frankreich wohl einen Impfschutz, ist in Deutschland allerdings verboten. Kennt sich jemand mit der Rechtslage aus? Wie ist das, wenn ich mit Paul nach Frankreich rüber fahre und ihn dort gegen die Zecke impfen lasse? ist das erlaubt?
Die Zecke heißt wohl Dermacentor oder so ähnlich, ob sie auch für den Menschen gefährlich ist ist nicht sicher.
Ich muss die Woche eh mit Paul zum normalen impfen und werde meinen tierarzt dann mal fragen. Ich geb euch dann natürlich Bescheid, damit ihr eure Hunde beruhigt laufen lassen könnt.
LG Ronja
hier eine kleine info dazu:
http://www.welpen-welt.de/dermacentor_reticulatus.php
Der Knackpunkt ist nicht die Zecke an sich, sondern deren Infektion mit Babesien.
Man kann es recht gut vergleichen mit Malaria: (Babesiose nennt man wohl auch Hunde-Malaria): Die Anopheles-Mücke an sich gibt es schons eit ewigen Zeiten zu einem gewissen Prozentsatz überall - nur ist sie meist nicht mit Plasmodium (dem malaria-Erreger) infiziert. Dazu muss sie erstmal mit einem Infizierten in Stechkontakt gekommen sein - dann ist sie gefärhlich.
Gleiches gilt für diese Zecke: Sie ist vom Prinzip her nicht gefährlich - solange sie nciht mit Babesien infiziert ist.
Babesien aber kommen aus den Mittelmeerländern durch infizierte Tiere nach Mitteleuropa und infizieren diese Zeckenart.
@kleiner chessy: Man kann nicht gegen Zecken impfen, sondern nur gegen die von ihnen übertragenen Krankheiten. Ich würde meinen Hund nicht in Frankreich impfen lassen - nicht, weil ich den frz. TÄ nicht vertraue, sondern weil es hier mit ziemlicher Sicherheit ein ähnliches Erregerspektrum gibt wie bei der Borreliose (nehme ich an, da die Babesien auch mehrere Arten meines Wissen nach haben). Es ist also nicht gesagt, inwiefern eine Impfung gegen die in F üblichen Babesien gegen die hier eingeschleppten nützlich ist.
Abgesehen davon würde ich mit mich an den behandlenden Haustierarzt wenden und ihm die Idee schildern. Er wird Dir zu- oder abraten können.
Die Babesiose-Panik gibt's übrigens schon seit Anfang des Jahres in Deutschland ;)
kleinerChessy
05.08.2007, 22:01
@xapax Vielen Dank für den Link!!!
@France Mich hat diese Panik eben erst jetzt erreicht. WIe gesagt werde ich die Woche sowieso impfen und frag dann mal den Tierarzt meines Vertrauens. Ich habs ja bis Frankreich nicht weit, umgerechnet sind es ca. 5km bis zur Grenze wenn man den Rhein dazu rechnet. Kann das bei so ner knappen Entfernung so große Unterschiede geben?
Das man nicht gegen Zecken sondern die Krankheit impft ist mir wohl bewusst, hab ich vllt unklar ausgedrückt.
LG Ronja
Also, das meiste hat ja France schon gesagt:nicken:
Babesien übertragen von Dermacentor gibt es aber nicht seit neuestem, sondern schon seit Jahren;) Und die Babesien lösen nicht die Arterien auf oder sonstwas, sondern "schlüpfen" ind die roten Blutkörperchen, die sie schlussendlich durch Vermehrung platzen lassen, einmal einfach ausgedrückt. Die vermehrten babesien befallen dann immer mehr rote Blutkörperchen (Erythrozyten). Natürlich ist das eine ernst zu nehmende Erkrankung!
Und die Babesien lösen nicht die Arterien auf oder sonstwas, sondern "schlüpfen" ind die roten Blutkörperchen, die sie schlussendlich durch Vermehrung platzen lassen, einmal einfach ausgedrückt.
Deswegen nennt man Babesiose auch HundeMalaria - das Krankheistprinzip ist dem der humanen Malaria sehr ähnlich.
Da es sich bei Babesien, wie bei Plasmodium (dem Malaria-erreger) um Parasiten handelt, ist hier eine Impfung und vor allem eine Immunsierung durch die Impfung nicht so einfach wie bei anderen Impfungen. Die Rate der Impfversager ist recht hoch.
Wenn ich meine eigene berufliche Meinung noch anfügen darf: Ich halte diese Impfung nur für angeraten, wenn man in einem echten Verseuchungsgebiet wohnt. Prinzipiell halte ich aber Impfungen gegen Protozoen für ziemlich unwirksam, was man daran sieht, dass es bis heute keinen Impfschutz gegen Malaria gibt und die angewandte Prophylaxe auch nicht gegen alle Malaria-Varianten wirksam ist.
Wie gesagt, ich würde den TA fragen und dann Risiko/Nutzen abwägen, denn gerade Protozoen-Impfungen sind nicht unbedingt so einfach wegzustecken wie die gegen Infektionskrankheiten.
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