Fjalla
20.08.2007, 20:07
"MANTRAILING
Die häufige Frage, ob der Flächensuchhund denn einen Socken von der vermissten Person vor die Nase gehalten bekommt, damit er weiß, wen er suchen soll, kann man bei dieser Suchart endlich einmal mit „Ja!“ beantworten.
Der Mantrailer sucht, anders als der Trümmer- oder Flächensuchhund immer eine ganz bestimmte Person. Er erhält den Suchauftrag anhand eines Gegenstandes, an dem optimalerweise nur der Geruch der vermissten Person haftet. Die Suche beginnt meist dort, wo die Person ganz sicher das letzte Mal gesehen wurde oder sogar losgegangen ist. Der Hund sucht die Person anhand ihrer Spur.
Jeder Mensch gibt ständig winzige Hautschuppen ab. Diese sind mit den Bakterien der individuellen Hautflora des Menschen behaftet und geben einen einmaligen Geruch ab. Die in dieser Suchart ausgebildeten Hunde verfolgen die Spur des Menschen anhand dieser mirkoskopisch kleinen Zellverbände. Sie können sie von der Spur anderer Menschen unterscheiden und ihr auch durch bewohnte Gebiete folgen. Witterung, Untergrund, Wind, Alter der Spur, Ausbildungsstand und Rasse bestimmen neben vielen weiteren Faktoren den Schwierigkeitsgrad der zu verfolgenden Spur und beeinflussen so die Wahrscheinlichkeit, ob der Hund die ihm gestellte Aufgabe lösen kann oder nicht.
Zur Ausbildung in dieser Suchform eignen sich v.a. Bloodhounds und Schweißhunde. Ihre natürliche Veranlagung, sich Spuren zu suchen und diese unerbittlich zu verfolgen haben sie nahezu allen anderen Hunden voraus.
Die Ausbildung ist sehr umfangreich. Neben des Schwierigkeiten, die dem Hund auf der Spur begegnen, muss sichergestellt werden, dass der Hund nur die aufgezeigte Spur verfolgt. Auch unter Ablenkung muss der Hund in der Lage sein, die richtige Person anhand des Geruchbildes zu identifizieren. Er muss zeigen, wenn er die Spur verloren hat, sie auf einmal endet (Person ist in ein Transportmittel wie Bus oder Auto gestiegen) oder es am angesetzten Punkt gar keine Spur von der vermissten Person gibt. Ablenkungen wie Personenverkehr, andere Hunde oder Wild dürfen ihn nicht an der Erfüllung seiner Aufgabe hindern.
Auch der Hundeführer muss sich intensiv mit und ohne seinen Hund weiterbilden. Neben Kenntnissen über Thermik und Witterungseinflüsse muss er in der Lage sein, seinen Hund ausgesprochen gut zu lesen und sich vollständig auf ihn zu verlassen. Er muss die Ausbildung so gestalten, dass der Hund von Anfang an selbst die zum Erfolg führenden Entscheidungen trifft, da er im Ernstfall niemals auf die Unterstützung durch den Hundeführer hoffen kann.
Nach der Prüfungsordnung unseres Dachverbandes muss zur Einsatzfähigkeit des Hundes eine 16-20 Stunden alte Spur eine unbekannten Person gesucht werden. Die Prüfung wird von einem offiziellen und unabhängigen Leistungsrichter abgehalten und findet in fremden Gelände statt. Am Ende der Spur muss die Person unter mindestens zwei anderen durch den Hund eindeutig identifiziert werden. Zur Prüfung muss der Hund mindestens 18 Monate alt sein.
(stammt von einer befreundeten Staffel)"
In unserer Staffel haben wir derzeit einen Mantrailer, einen braunen Labradorrüden. Er wurde erst im April aufs Mantrailing umgestellt (vorher Freisuche, also alles, was menschlich war, wurde gesucht) und zeigt schon super Erfolge! Selbst mit Ablenkung der eigenen Familie(extrem schwer!!) fand er unser "vermisstes Opfer"(keine Panik, wurde von uns vorher in den Wald geschleust^^) immer zuverlässig.
Zum "Rest" der Rettungshundearbeit:
es gibt verschiedene Einsatzgebiete, in denen gesucht wird:
DIE TRÜMMERSUCHE
Ziel:
Der ausgebildete Rettungshund soll in Trümmern frei (ohne Halsband und Leine) nach verschütteten Personen suchen, diese finden und die gefundene Person durch anhaltendes Bellen seinem Hundeführer anzeigen, bis dieser bei seinem Hund und dem Fundort eingetroffen ist.
Elemente der Ausbildung:
• Entfernen vom Hundeführer (viele Hunde müssen dies erst lernen, da sie im Alltag gewohnt sind, in der Nähe des Hundeführers zu bleiben)
• Menschliche Witterung ausarbeiten (in den Trümmern kann der Hund meist nicht direkt zu der verschütteten Person vordringen und muss daher den Ort der stärksten Witterung anzeigen)
• Detachieren (= gerichtetes Schicken; der Hund lernt auf Handzeichen des Hundeführers in bestimmte Richtungen zu laufen und Hindernisse zu bewältigen)
• Gerätearbeit (kontrolliert Gehen, Klettern und Balancieren z.B. auf wackeligen Untergründen, Leitern, Planken, Gittern und Steinhaufen)
• Scharren und Kratzen (z.B. an geschlossenen Türen)
• Bellen (laut, regelmäßig und lang anhaltend)
Prüfungen:
• Begleithundeprüfung oder Prüfung „Praktischer Gehorsam“
• Vorprüfung-Trümmer
• Rettungshunde-Trümmerprüfung (muss jährlich wiederholt werden)
DIE FLÄCHENSUCHE
Ziel:
Der ausgebildete Rettungshund soll im Wald oder in anderen für den Menschen unübersichtbaren Geländen frei (ohne Halsband und Leine) nach vermissten Personen suchen, diese finden und die gefundene Person durch anhaltendes Bellen seinem Hundeführer anzeigen, bis dieser bei seinem Hund und der vermissten Person eingetroffen ist. Dazu muss der Rettungshund in der Lage sein, eine Fläche von bis zu 30000 qm in 30 min in Zusammenarbeit mit dem Hundeführer abzusuchen.
Elemente der Ausbildung:
• Entfernen vom Hundeführer (viele Hunde müssen dies erst lernen, da sie im Alltag gewohnt sind, in der Nähe des Hundeführers zu bleiben)
• Menschliche Witterung ausarbeiten (unsere Hunde suchen mit sog. „hoher Nase“ und folgen in der Regel keiner Bodenfährte, da wir im Einsatzfall meistens nicht wissen, an welcher Stelle die zu suchende Person das Gelände betreten hat)
• Detachieren (= gerichtetes Schicken; der Hund lernt, auf Handzeichen des Hundeführers, in bestimmte Richtungen zu laufen)
• Unterschiedliche „Opferbilder“ (z.B. hockende, sitzende, liegende, stehende oder gehende Menschen)
• Bellen (laut, regelmäßig und lang anhaltend)
Prüfungen:
• Begleithundeprüfung oder Prüfung „Praktischer Gehorsam“
• Vorprüfung-Fläche
• Rettungshunde-Flächenprüfung (muss jährlich wiederholt werden)
ferner gibt es dann noch die Wassersuche und die Lawinensuche. Wobei ihr in Berlin bestimmt sehr wenige Lawinensuchhunde finden werdet :-)
In unserer Staffel haben wir z.Zt. einen Mantrailer und vier Flächensuchhunde, meine soll ab April auch noch die Wassersuche dazubekommen.
Geprüft und damit einsatzfähig ist noch keiner, aber das soll sich bis kommenden Sommer ändern^^
LG!
Ancalima+ Luna[/quote]
Bundesverband Rettungshunde Staffel 66: Berlin-Potsdam (http://www.brh-berlin-potsdam.de.vu/)
DIE LAWINENSUCHE
Bei der Lawinensuche geht es um die Suche nach Menschen, die von Schnee-Lawinen überrascht und verschüttet wurden. Hier zählen aufgrund der Erfrierungsgefahr der Opfer die Minuten, nicht selten geht es mit dem Hubschrauber los. Die Bergwachten haben meistens eigene Rettungshunde.
DIE WASSERSUCHE
Mit Wassersuche ist meistens die Wasserleichensuche gemeint. Die Hunde suchen dabei von einem Boot aus nach der Witterung des Opfers. Hat der Hund die Witterung aufgenommen, müssen die Taucher anhand der Strömung noch berechnen, wo die Leiche letztendlich liegt.
DIE WASSERRETTUNG
Bei der Wasserrettung arbeiten die Hunde ähnlich wie menschliche Rettungsschwimmer. Sie tragen Geschirre, an denen sich die Ertrinkenden festhalten können und ziehen sie so ans Ufer. Damit ein sofortiger Rettungseinsatz möglich ist, halten sich Hund und Hundehalter direkt am Badesee auf. An großen Seen werden nicht selten Hubschrauber eingesetzt, die den Hund an die Einsatzstelle fliegen und ihn zum Ertrinkenden abspringen lassen.
Info: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Rettungshund)
Die häufige Frage, ob der Flächensuchhund denn einen Socken von der vermissten Person vor die Nase gehalten bekommt, damit er weiß, wen er suchen soll, kann man bei dieser Suchart endlich einmal mit „Ja!“ beantworten.
Der Mantrailer sucht, anders als der Trümmer- oder Flächensuchhund immer eine ganz bestimmte Person. Er erhält den Suchauftrag anhand eines Gegenstandes, an dem optimalerweise nur der Geruch der vermissten Person haftet. Die Suche beginnt meist dort, wo die Person ganz sicher das letzte Mal gesehen wurde oder sogar losgegangen ist. Der Hund sucht die Person anhand ihrer Spur.
Jeder Mensch gibt ständig winzige Hautschuppen ab. Diese sind mit den Bakterien der individuellen Hautflora des Menschen behaftet und geben einen einmaligen Geruch ab. Die in dieser Suchart ausgebildeten Hunde verfolgen die Spur des Menschen anhand dieser mirkoskopisch kleinen Zellverbände. Sie können sie von der Spur anderer Menschen unterscheiden und ihr auch durch bewohnte Gebiete folgen. Witterung, Untergrund, Wind, Alter der Spur, Ausbildungsstand und Rasse bestimmen neben vielen weiteren Faktoren den Schwierigkeitsgrad der zu verfolgenden Spur und beeinflussen so die Wahrscheinlichkeit, ob der Hund die ihm gestellte Aufgabe lösen kann oder nicht.
Zur Ausbildung in dieser Suchform eignen sich v.a. Bloodhounds und Schweißhunde. Ihre natürliche Veranlagung, sich Spuren zu suchen und diese unerbittlich zu verfolgen haben sie nahezu allen anderen Hunden voraus.
Die Ausbildung ist sehr umfangreich. Neben des Schwierigkeiten, die dem Hund auf der Spur begegnen, muss sichergestellt werden, dass der Hund nur die aufgezeigte Spur verfolgt. Auch unter Ablenkung muss der Hund in der Lage sein, die richtige Person anhand des Geruchbildes zu identifizieren. Er muss zeigen, wenn er die Spur verloren hat, sie auf einmal endet (Person ist in ein Transportmittel wie Bus oder Auto gestiegen) oder es am angesetzten Punkt gar keine Spur von der vermissten Person gibt. Ablenkungen wie Personenverkehr, andere Hunde oder Wild dürfen ihn nicht an der Erfüllung seiner Aufgabe hindern.
Auch der Hundeführer muss sich intensiv mit und ohne seinen Hund weiterbilden. Neben Kenntnissen über Thermik und Witterungseinflüsse muss er in der Lage sein, seinen Hund ausgesprochen gut zu lesen und sich vollständig auf ihn zu verlassen. Er muss die Ausbildung so gestalten, dass der Hund von Anfang an selbst die zum Erfolg führenden Entscheidungen trifft, da er im Ernstfall niemals auf die Unterstützung durch den Hundeführer hoffen kann.
Nach der Prüfungsordnung unseres Dachverbandes muss zur Einsatzfähigkeit des Hundes eine 16-20 Stunden alte Spur eine unbekannten Person gesucht werden. Die Prüfung wird von einem offiziellen und unabhängigen Leistungsrichter abgehalten und findet in fremden Gelände statt. Am Ende der Spur muss die Person unter mindestens zwei anderen durch den Hund eindeutig identifiziert werden. Zur Prüfung muss der Hund mindestens 18 Monate alt sein.
(stammt von einer befreundeten Staffel)"
In unserer Staffel haben wir derzeit einen Mantrailer, einen braunen Labradorrüden. Er wurde erst im April aufs Mantrailing umgestellt (vorher Freisuche, also alles, was menschlich war, wurde gesucht) und zeigt schon super Erfolge! Selbst mit Ablenkung der eigenen Familie(extrem schwer!!) fand er unser "vermisstes Opfer"(keine Panik, wurde von uns vorher in den Wald geschleust^^) immer zuverlässig.
Zum "Rest" der Rettungshundearbeit:
es gibt verschiedene Einsatzgebiete, in denen gesucht wird:
DIE TRÜMMERSUCHE
Ziel:
Der ausgebildete Rettungshund soll in Trümmern frei (ohne Halsband und Leine) nach verschütteten Personen suchen, diese finden und die gefundene Person durch anhaltendes Bellen seinem Hundeführer anzeigen, bis dieser bei seinem Hund und dem Fundort eingetroffen ist.
Elemente der Ausbildung:
• Entfernen vom Hundeführer (viele Hunde müssen dies erst lernen, da sie im Alltag gewohnt sind, in der Nähe des Hundeführers zu bleiben)
• Menschliche Witterung ausarbeiten (in den Trümmern kann der Hund meist nicht direkt zu der verschütteten Person vordringen und muss daher den Ort der stärksten Witterung anzeigen)
• Detachieren (= gerichtetes Schicken; der Hund lernt auf Handzeichen des Hundeführers in bestimmte Richtungen zu laufen und Hindernisse zu bewältigen)
• Gerätearbeit (kontrolliert Gehen, Klettern und Balancieren z.B. auf wackeligen Untergründen, Leitern, Planken, Gittern und Steinhaufen)
• Scharren und Kratzen (z.B. an geschlossenen Türen)
• Bellen (laut, regelmäßig und lang anhaltend)
Prüfungen:
• Begleithundeprüfung oder Prüfung „Praktischer Gehorsam“
• Vorprüfung-Trümmer
• Rettungshunde-Trümmerprüfung (muss jährlich wiederholt werden)
DIE FLÄCHENSUCHE
Ziel:
Der ausgebildete Rettungshund soll im Wald oder in anderen für den Menschen unübersichtbaren Geländen frei (ohne Halsband und Leine) nach vermissten Personen suchen, diese finden und die gefundene Person durch anhaltendes Bellen seinem Hundeführer anzeigen, bis dieser bei seinem Hund und der vermissten Person eingetroffen ist. Dazu muss der Rettungshund in der Lage sein, eine Fläche von bis zu 30000 qm in 30 min in Zusammenarbeit mit dem Hundeführer abzusuchen.
Elemente der Ausbildung:
• Entfernen vom Hundeführer (viele Hunde müssen dies erst lernen, da sie im Alltag gewohnt sind, in der Nähe des Hundeführers zu bleiben)
• Menschliche Witterung ausarbeiten (unsere Hunde suchen mit sog. „hoher Nase“ und folgen in der Regel keiner Bodenfährte, da wir im Einsatzfall meistens nicht wissen, an welcher Stelle die zu suchende Person das Gelände betreten hat)
• Detachieren (= gerichtetes Schicken; der Hund lernt, auf Handzeichen des Hundeführers, in bestimmte Richtungen zu laufen)
• Unterschiedliche „Opferbilder“ (z.B. hockende, sitzende, liegende, stehende oder gehende Menschen)
• Bellen (laut, regelmäßig und lang anhaltend)
Prüfungen:
• Begleithundeprüfung oder Prüfung „Praktischer Gehorsam“
• Vorprüfung-Fläche
• Rettungshunde-Flächenprüfung (muss jährlich wiederholt werden)
ferner gibt es dann noch die Wassersuche und die Lawinensuche. Wobei ihr in Berlin bestimmt sehr wenige Lawinensuchhunde finden werdet :-)
In unserer Staffel haben wir z.Zt. einen Mantrailer und vier Flächensuchhunde, meine soll ab April auch noch die Wassersuche dazubekommen.
Geprüft und damit einsatzfähig ist noch keiner, aber das soll sich bis kommenden Sommer ändern^^
LG!
Ancalima+ Luna[/quote]
Bundesverband Rettungshunde Staffel 66: Berlin-Potsdam (http://www.brh-berlin-potsdam.de.vu/)
DIE LAWINENSUCHE
Bei der Lawinensuche geht es um die Suche nach Menschen, die von Schnee-Lawinen überrascht und verschüttet wurden. Hier zählen aufgrund der Erfrierungsgefahr der Opfer die Minuten, nicht selten geht es mit dem Hubschrauber los. Die Bergwachten haben meistens eigene Rettungshunde.
DIE WASSERSUCHE
Mit Wassersuche ist meistens die Wasserleichensuche gemeint. Die Hunde suchen dabei von einem Boot aus nach der Witterung des Opfers. Hat der Hund die Witterung aufgenommen, müssen die Taucher anhand der Strömung noch berechnen, wo die Leiche letztendlich liegt.
DIE WASSERRETTUNG
Bei der Wasserrettung arbeiten die Hunde ähnlich wie menschliche Rettungsschwimmer. Sie tragen Geschirre, an denen sich die Ertrinkenden festhalten können und ziehen sie so ans Ufer. Damit ein sofortiger Rettungseinsatz möglich ist, halten sich Hund und Hundehalter direkt am Badesee auf. An großen Seen werden nicht selten Hubschrauber eingesetzt, die den Hund an die Einsatzstelle fliegen und ihn zum Ertrinkenden abspringen lassen.
Info: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Rettungshund)

