Vollständige Version anzeigen : Impfungen Pro und Kontra
blasserdunst
12.07.2007, 20:14
Hallo :)
nach der Grundimmunisierung und Nachimpfung von Katzen im Babyalter hat es sich ja so eingebürgert dass die Katzen jährlich nachgeimpft werden.
Hat sich schon mal jemand darüber Gedanken gemacht dass wir Menschen ja auch nicht so oft geimpft werden nachdem wir erst mal Antikörper gebildet haben?! Ich gehe mittlerweile davon aus, dass es sich bei Katzen nicht anders verhält, also dass viel zu oft geimpft wird und eine Nachimpfung alle paar Jahre völlig ausreichend wäre.
Da ich nun eine Katze habe bei der eine chronische Niereninsuffizienz durchs impfen versursacht wurde werde nun dazu übergehen meine beiden nicht mehr zu impfen, unter anderem auch, da mir meine allererste damals 7 jährige Lieblingskatze vor 8 Jahren binnen 20 Stunden jämmerlich an einer Impfreaktion nach der Dreifachimpfung eingegangen ist, die sich sehr schwerwiegend aufs cerebrale Nervensystem auswirkte (sie hatte zuerst Gleichgewichtsstörungen und dann binnen kürzester Zeit hinten gelähmt , bekam über Nacht Wasser in die Lunge und starb am nächsten Morgen schon auf dem weg zum TA an Herz-Kreislaufversagen).
Ich gehe davon aus, dass meine Katzen durch die bisherigen jahrelangen Impfabstände bereits einen guten Grundschutz haben und dieser auch aktiv würde sobald Erreger eindringen würden. Dies ist aber meine persönliche Meinung,
daher wollte ich nun mal hören wie ihr hierzu steht bzw. wie ihr zu diesem Arktikel steht den ich zu diesem Thema gefunden habe:
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blasserdunst
12.07.2007, 20:21
Jahrzehntelang ist es uns Tierhalterinnen und Tierhaltern eingebimst worden: Katzen müssen jährlich geimpft werden. Doch dafür gibt es überhaupt keine wissenschaftliche Rechtfertigung. In den USA haben verantwortungsbewußte Hochschul-Tierärzte diese unseriöse Impfpraxis schon vor langen Jahren kritisiert, unter anderem in einem weitverbreiteten Handbuch für den praktischen Tierarzt ("Kirk's Current Veterinary Therapy"). Aber auch dort dauerte es bis Ende 1997, bis die zuständigen Veterinärverbände dem Unfug der jährlichen Impferei ein Ende bereiteten und neue Impfrichtlinien einführten.
Nach langem Widerstand hat sich nun (Anfang 2006) auch der Bundesverband Praktizierender Tierärzte von der jährlichen Impferei verabschiedet (siehe Menüpunkt „Neues“ auf dieser Website). Es bleibt abzuwarten, ob der neue „Deutsche Impfkodex für die Kleintierpraxis“ von den niedergelassenen Tierärzten angenommen wird. Abgesehen davon gibt es auch für die darin empfohlenen dreijährlichen Impfabstände bei Seuche und Schnupfen keine wissenschaftliche Basis. Tierhalter/innen sollten weiterhin selbst darauf achten, daß ihre Katzen nicht unnötig oft und mit überflüssigen oder fragwürdigen Impfstoffen traktiert werden.
Grundsatz des Impfens sollte sein: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Wogegen werden Katzen geimpft?
Viele Katzen werden jährlich gegen Katzenschnupfen (Herpes- und Calicivirus) und Katzenseuche (= Panleukopenie; felines Parvovirus) geimpft, Freigänger oft zusätzlich noch gegen das feline Leukämievirus (FeLV, oft fälschlich "Leukose" genannt) und gegen Tollwut. Manche Tierhalter, vor allem Züchter, lassen außerdem gegen Chlamydien (einen Erreger, der vor allem die Augen angreifen kann) und gegen die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) impfen. Viele Wohnungskatzen werden jährlich mindestens dreifach geimpft, Freigänger häufig fünffach und Zuchtkatzen fünf- bis sechsfach.
Warum steht in vielen Impfstoff-Beipackzetteln, daß jährlich nachgeimpft werden muß?
Im Beipackzettel, in der Gebrauchsinformation zu den Impfstoffen, steht fast immer: "Jährliche Auffrischung der Impfung wird empfohlen". Doch wer entscheidet das? Antwort: der Impfstoffhersteller selbst. Die Zulassungsbehörde für Tiervakzinen, das Paul-Ehrlich-Institut, schreibt dem Hersteller diesbezüglich praktisch nichts vor. Und die Zulassungs- und Testvorschriften für die einzelnen Vakzinen (die "Monographien" im "Europäischen Arzneibuch") machen nicht die geringsten Vorgaben zur Prüfung der maximalen Dauer des Immunschutzes. Verlangt werden nur Untersuchungen zur Wirksamkeit und Unschädlichkeit eines Impfstoffs, nicht zur maximalen Schutzdauer.
Diese Lücke wird von der Industrie gern und eifrig genutzt - und viele Tierärzte haben natürlich auch keine Einwände, denn die Impfungen sichern ihnen den regelmäßigen Zustrom der Patienten.
Wie ist das eigentlich bei Impfungen am Menschen?
Bei Humanvakzinen wird die Dauer des Immunschutzes sehr wohl geprüft, und zwar durch Antikörpermessungen an Tausenden Impflingen (und durch Überwachung der Häufigkeit der Infektionen, „epidemiologisches Monitoring“).
Antikörper sind jedoch nicht alles. Grundsätzlich geht man davon aus, daß Impfungen gegen Viren ein lang anhaltendes "Immungedächtnis" erzeugen. (Im Unterschied dazu bewirken bakterielle Impfstoffe oft keinen sehr langlebigen Schutz.) Nicht bei allen Impfstoffen halten sich die Antikörper über längere Zeit, doch das heißt nicht, daß der Schutz verschwindet. Es gibt außer der "humoralen" Immunität mit den Antikörpern auch noch die "zelluläre" oder „zellvermittelte“ Immunität. Die B-und T-Gedächtniszellen bleiben viele Jahre bis lebenslang erhalten und werden schnell aktiv, wenn der Erreger auftritt. Sie setzen andere Abwehrzellen in Aktion, so daß eine ganze Kaskade von Immunreaktionen abläuft.
Das ist bei Kleinsäugern kein bißchen anders. Auch Katzen, Hunde usw. verfügen über Gedächtnisimmunzellen.
Menschen werden als Kinder gegen eine Reihe von Krankheitserregern geimpft. Die Impfungen werden meist ein-, zwei- oder dreimal wiederholt. Werden Totvakzinen verwendet, müssen sie mindestens zweimal gegeben werden, damit eine volle Immunreaktion erzielt wird. Bei Lebendvakzinen wäre eine Wiederholung an sich nicht nötig, sie wird aber gemacht, um die paar Prozent Impfversager zu erwischen, also Kinder, bei denen die erste Impfung nicht oder nicht gut angeschlagen hat. Beispiel: die Masern-Mumps-Röteln-Impfung.
Im Jugendalter ist beim Menschen aber dann Schluß mit Routineimpfungen. Erwachsene werden nur dann nachgeimpft, wenn ein besonderes Ansteckungsrisiko anzunehmen ist (zum Beispiel auf Reisen oder durch den Beruf: Hepatitis B, Polio) oder wenn die Impfung keinen lebenslangen Schutz bietet (alle zehn Jahre Tetanus und Diphtherie). Man spricht hier von "Indikationsimpfungen": Aufgefrischt wird nur bei Bedarf und nur in langjährigen Abständen - und nicht einfach so, weil der Doktor noch mal was verdienen will.
Das ist bei unseren Haustieren leider anders. Sie werden nachgeimpft, ohne daß es dafür einen medizinischen Grund gäbe.
Geben jährliche Wiederholungen nicht doch besseren Schutz?
Nein, nicht einmal das ist der Fall. In Untersuchungen wurde gezeigt: Die Auffrischungen bringen keinen zusätzlichen Schutz. Es kommt höchstens zu einem vorübergehenden Anstieg der Impfantikörperspiegel. Oft geschieht nicht einmal das, weil die schon vorhandenen Antikörper die Antigene im Impfstoff sozusagen gar nicht zur Wirkung kommen lassen. Es bleibt praktisch alles beim alten.
Schaden jährliche Auffrischimpfungen?
Das ist der kritische Punkt: Die dauernde Impferei ist nicht nur medizinisch unnötig, sie kann auch schaden. Bei uns streiten das allerdings viele Tierärzte einfach ab.
Tödlicher Krebs durch Impfungen
Katzen können durch Impfungen an Krebs erkranken, und zwar am vakzine-assoziierten Fibrosarkom, auch Impfsarkom genannt. Das ist eine bösartige Geschwulst, die ein paar Wochen oder Monate nach einer Impfung an der Injektionsstelle - meist zwischen den Schulterblättern oder an der seitlichen Brustwand - als Knubbel (Granulom) unter dem Fell auftritt und sehr breit wuchern kann. In der US-Veterinärmedizin wird der Zusammenhang von Impfung und Sarkomentstehung bei Katzen nicht mehr ernsthaft bezweifelt. In Deutschland neigt man dazu, das Thema herunterzuspielen. Der Kleintieronkologe Dr. Martin Kessler hat vor Jahren schon auf einem Tierärztekongreß in Berlin die Risikowahrscheinlichkeit hierzulande mit 1 zu 1000 beziffert. Die meisten Sarkomkatzen sind zum Zeitpunkt der Erkrankung zwischen sechs und elf Jahre alt, haben somit schon viele Shots erhalten. Es trifft allerdings auch jüngere Katzen.
Behandelt werden kann das Impfsarkom bisher nur durch radikale Operation weit ins gesunde Gewebe hinein. Nach der Operation treten fast immer Rezidive auf, also neues Tumorwachstum. Die Geschwulst führt in den allermeisten Fällen zum Tode.
Anmerkung: Inzwischen werden Katzenimpfstoffe an den Markt gebracht, in denen bestimmte Zusatzstoffe (Adjuvantien) nicht mehr enthalten sind, die im Verdacht stehen, die Sarkombildung auszulösen. Auch diese Impfstoffe brauchen nicht jährlich gegeben zu werden! Wenn sie ein Jahr lang schützen, spricht alles dafür, daß sie das auch länger tun.
(weiter im 2. Block da der Text zu lang ist)
blasserdunst
12.07.2007, 20:31
Wie kann man das Impfsarkom verhüten?
Die beste Vorsorge ist, die Katze nicht häufiger als wirklich nötig impfen zu lassen. Wichtig ist, daß die Kätzchen geimpft werden, denn sie sind am empfänglichsten für Infektionskrankheiten. Doch ausgewachsene Tiere sind von Infektionen weit weniger bedroht, als man uns weismachen will.
Neben dem Verzicht auf unnötige Nachimpfungen lassen sich weitere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die Vaccine-Associated Feline Sarcoma Task Force, die Impfsarkom-Arbeitsgruppe der US-Veterinäre, hat dazu Richtlinien erarbeitet.
Auf Mischspritzen und Mehrfach-Vakzinen soll weitgehend verzichtet werden. Das heißt, es sollen nicht alle Impfungen mit einer einzigen Spritze und an einer einzigen Stelle gegeben werden, auch wenn es für Tierarzt und Patient so am bequemsten ist und am schnellsten geht. Je mehr Vakzinen auf einmal, desto höher das Sarkomrisiko.
Die Impfung gegen Seuche und Schnupfen soll an der seitlichen Brustwand verabreicht werden, die Impfung gegen Tollwut am rechten Hinterbein (rabies = r = rechts) und die Impfung gegen das feline Leukämievirus (FeLV) – falls man sie für nötig hält – am linken Hinterbein (LV = l = links). Ein Bein kann zur Not amputiert werden, um dem Tumorwachstum Einhalt zu gebieten. Katzen können auch auf drei Beinen leben.
Zwischen den Schultern sollte überhaupt nicht mehr geimpft werden, da man einen Tumor dort nur sehr schlecht operieren kann.
Bei uns wird immer noch zwischen den Schultern geimpft. Fallen Sie dem Arzt in den Arm, wenn er die Spritze dort ansetzt!
Können Sarkome auch andere Ursachen haben?
Nicht jedes Sarkom entsteht durch Impfungen, aber doch sehr viele. Manche dieser Tumore bilden sich an Stellen, an denen ganz andere Wirkstoffe injiziert wurden. In der Forschungsliteratur beschrieben sind Sarkome nach Injektion des Flohmittels Lufenuron (Handelsname Program) und nach Injektion von Antibiotika gegen Gastritis. Doch diese Fälle sind selten, fast immer handelt es sich um Impfspritzen.
Katzen reagieren auf Injektionen empfindlicher als andere Kleintiere. (Impfsarkome können auch bei Hunden entstehen, allerdings sehr, sehr selten, und bei Frettchen). Hat eine Katze nach Impfungen oder sonstigen Injektionen bereits einmal einen Knubbel (ein Impfgranulom) entwickelt, sollte sie nur dann Spritzen bekommen, wenn sich der Wirkstoff nicht anders verabreichen läßt. Längst nicht jede Katze entwickelt Granulome nach (Impf-) Injektionen, und längst nicht jeder Knubbel ist ein Sarkom. Daher sollte man sich nicht gleich verrückt machen, wenn eine Katze so eine Gewebsverdickung bekommt. Aber man sollte, vor allem wenn es eine Impfstelle ist, auch nicht zu lange warten und beizeiten eine Gewebsprobe entnehmen lassen, am besten gleich in einer Tierklinik. Drei Monate abzuwarten kann sich als fatal herausstellen, in den USA rät man zur frühzeitigen Biopsie.
Gibt es noch andere Impfschäden?
Allerdings. Besonders gravierend ist der anaphylaktische Schock unmittelbar nach der Impfung. Er ist tödlich, wenn er nicht sofort vom Tierarzt behandelt wird.
Bekannt sind außerdem schwere allergische Reaktionen nach Auffrischimpfungen. Sie äußern sich in (blutigem) Durchfall und Erbrechen und können die Tiere ebenfalls das Leben kosten.
Studien weisen zudem darauf hin, daß Impfungen „normale“ Allergien fördern können. Bei Tieren mit Allergien findet man nach Impfungen einen Anstieg der Antikörper, die für die allergischen Reaktionen etwa auf bestimmte Proteine in der Nahrung oder in der Luft typisch sind.
Impfungen können auch Autoimmunerkrankungen verursachen, bei Katzen ist dies jedoch noch wenig erforscht. US-Studien liefern starke Indizien dafür, daß Impfungen chronische Niereninsuffizienz auslösen können. Viele Impfstoffe werden, vereinfacht gesagt, mit Katzennierenzellen hergestellt. Wird die Vakzine injiziert, gelangt Protein von diesen Nierenzellen in den Impfling, der dagegen Antikörper bildet - aber nicht nur gegen diese fremde Nierenproteine, sondern auch gegen die eigenen. Und das kann zur fortschreitenden und schließlich tödlichen Zerstörung der Nieren führen. - Weitere Studien dazu sind im Gange.
Daß immer mehr Katzen an Epilepsie und Diabetes erkranken, sollte ebenfalls zu denken geben. Beim Hund steht fest, daß die autoimmunhämolytische Anämie, eine die in mindestens 50 Prozent der Fälle tödliche Blutkrankheit, durch Impfungen verursacht werden kann.
Woher weiß man, daß Impfungen die Katzen länger als ein Jahr schützen?
Wie gesagt: Das Immunsystem der Kleinsäuger ist dem des Menschen absolut ebenbürtig. Wenn Virusimpfungen beim Menschen viele Jahre halten, dann ist das bei Katze und Hund usw. nicht anders.
Außerdem haben Wissenschaftler in den 90er Jahren Langzeitstudien an Katzen gemacht mit einem ganz gewöhnlichen Dreifach-Totimpfstoff gegen Schnupfen und Seuche. Die Tiere erhielten als Welpen mit acht und mit zwölf Wochen eine Grundimmunisierung und wurden danach nie wieder geimpft. Sie wiesen noch siebeneinhalb Jahre später, als sie mit Erregern infiziert wurden, einen guten Immunschutz auf. Der Schutz gegen Katzenseuche erwies sich als hundertprozentig. Der Schutz gegen die Katzenschnupfenerreger Herpes- und Calicivirus war nur partiell – doch dies ist bei frisch geimpften Katzen genauso. Die Schnupfenimpfung verhindert die Ansteckung meist gar nicht, sie kann aber den Krankheitsverlauf mildern. In der ungeimpften Kontrollgruppe dieser Studie erkrankten einige Tiere sehr schwer.
Eine weitere Studie von 2001 unterstützt diese Ergebnisse. Wissenschaftler bestimmten bei einer großen Zahl von Laborkatzen und von Katzen aus normaler Privathaltung Seuche- und Schnupfen-Impftiter. Bei einigen Gruppen von Laborkatzen wurde darüber hinaus durch Testinfektionen geprüft, wie verläßlich bestimmte Titerhöhen sind. Ergebnis dieser Untersuchungen: Die Tiere sind gegen diese Krankheiten geschützt, wenn sie geimpft sind - unabhängig von der Art des Impfstoffs und, vor allem, unabhängig davon, wie lange die letzte Impfung zurückliegt. Und: Auch geimpfte Tiere, die keine meßbaren Impfantikörper mehr hatten, waren geschützt.
Daß Impfungen bei Katzen viel länger als ein Jahr halten, ist sogar durch einen Impfstoffhersteller bestätigt worden. Pfizer Animal Health USA hat im Janur 2004 eine Studie über die Dauer des Immunschutzes (bestimmt durch Antikörpermessung) für den Pfizer-Impfstoff gegen Katzenseuche und -schnupfen veröffentlicht. Ergebnisse: Die Katzen hatten vier Jahre und länger noch Impfantikörper. Der Tierimpfstoffhersteller Pfizer Deutschland scheint es nicht eilig zu haben, diese Erkenntnisse seiner amerikanischen Muttergesellschaft in Deutschland publik zu machen.
blasserdunst
12.07.2007, 20:35
Welche Impfungen sollten Wohnungskatzen haben?
Wohnungskatzen haben ein ziemlich geringes Risiko, sich eine Infektionskrankheit einzufangen. Es ist zwar richtig, daß der Mensch die Seuche einschleppen kann, weil sich das feline Parvovirus sehr lange in der Umgebung hält. Doch die Seucheimpfung ist die beste, die wirksamste Katzenimpfung überhaupt: Ein Tier, das als Welpe ordentlich grundimmunisiert wurde, ist dadurch sehr lange geschützt, wahrscheinlich lebenslang. Außerdem: Die meisten Erreger sind für Jungtiere gefährlich oder sogar tödlich, ausgewachsene Tiere in gutem Allgemeinzustand werden damit viel besser fertig.
Die Schnupfenimpfung hingegen ist längst nicht so gut. Viele durchgeimpfte Tiere sind Virusträger, sie sind also mit Herpes, vor allem aber mit Calici infiziert und scheiden das Virus aus. Wenn man die hohe Zahl durchgeimpfter Katzen sieht, die trotz ihrer vielen Shots chronisch schnupfenkrank wurden, kann man über diese Impfung sehr ins Grübeln kommen. Das Calicivirus ist seit Einführung der Impfung sogar deutlich häufiger geworden als davor. Es ist in der Wissenschaft schon lange bekannt, daß die vorhandenen Calici-Impfstoffe gegen die grassierenden Feldvirusstämme immer weniger ausrichten. Darüber hinaus können Caliciviren aus Lebendimpfstoffen wieder virulent, dh gefährlich werden, von Tier zu Tier übertragen werden und andere, geimpfte (!) Katzen infizieren.
Die Welpenimpfung schadet im allgemeinen nicht, man sollte aber überlegen, ob man ausgewachsene Tiere weiterhin dagegen impfen läßt. Wichtig ist, ganz junge Kätzchen nach Möglichkeit von Artgenossen fernzuhalten, die an Schnupfehn erkrankt sind.
In manchen Schnupfenvakzinen ist auch ein Impfstoff gegen Chlamydien enthalten, einen bakteriellen Erreger. In Tierheimen und Zuchten können Chlamydien recht hartnäckig umgehen. Die Impfung ist jedoch nicht der Königsweg, den Erreger loszuwerden, wie sich immer wieder zeigt. Bestandsmanagement bringt nachhaltigeren Erfolg. Außerdem gilt dieser Impfstoff als besonders nebenwirkungsträchtig.
Die US-Tierarztverbände – und nun auch der „Deutsche Impfkodex“ – empfehlen für Wohnungskatzen: im Welpenalter Seuche- und Schnupfen-Grundimmunisierung (ohne Chlamydien), dann mit einem Jahr eine Auffrischung, danach nur noch alle drei Jahre. Aber auch dieses Drei-Jahres-Intervall ist mehr durch die wirtschaftlichen Interessen der Tierärzte begründet als durch medizinische Erfordernisse. Denn diese Impfungen halten, wie man ja inzwischen weiß, länger als drei Jahre.
Welche Impfungen sollten Freigänger haben?
Zusätzlich zur Seuche-Schnupfen-Impfung werden Freigänger oft gegen FeLV geimpft. Der Impfling muß vorher getestet werden, ob er FeLV-negativ ist, nur dann darf er geimpft werden. Auch dieser Schutz braucht nicht lebenslang erneuert zu werden. Es spricht vieles dafür, daß man die Impfung beim ausgewachsenen Tier weglassen kann - erstens, weil der Immunschutz ebenfalls viel länger hält als ein Jahr, zweitens, weil adulte Katzen eine gute körpereigene Abwehr gegen den Erreger haben. Die herkömmlichen FeLV-Impfstoffe (mit Adjuvantium, in der Regel Aluminiumhydroxid) sind überdurchschnittlich häufig an der Sarkomentstehung beteiligt, daher ist vorsichtiger Umgang mit dieser Impfung anzuraten. In Gegenden, wo es keine unkastrierten und ungeimpften Streuner gibt, ist das Ansteckungsrisiko sehr gering, denn sie sind die Hauptüberträger. Doch selbst wenn es FeLV-infizierte Katzen in der Nachbarschaft gibt, ist das Ansteckungsrisiko für Katzen im Alter ab sechs Monaten sehr gering.
Neuzugänge von unklarem Gesundheits- und Impfstatus sollten erst in Quarantäne kommen und getestet werden auf FeLV. Achtung: Bei einem gesund wirkenden Tier sind positive Testergebnisse auf FeLV mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit falsch, daher sollte das Tier auf jeden Fall noch einmal, und zwar mit einer anderen Labormethode, getestet werden.
Anmerkung: Ein Test auf "Katzenaids", die FIV-Infektion, kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn man eine Katze neu zu anderen Katzen hinzunimmt. Gegen FIV gibt es in Europa noch keinen Impfstoff. In den USA ist im Frühjahr 2002 eine erste FIV-Vakzine zugelassen worden. Ihre Wirksamkeit wird aber von US-Veterinärmedizinern aus triftigen Gründen stark bezweifelt, und viele lehnen das Produkt entschieden ab – auch deshalb, weil FIV-Tests nicht zwischen geimpften und infizierten Tieren unterscheiden. Damit können geimpfte Katzen fälschlich als FIV-infiziert gelten. Das ist in den USA oft ihr Todesurteil.
Was ist von der FIP-Impfung zu halten?
Die Impfung gegen die infektiöse Peritonitis ist auch hierzulande unter Tierärzten wegen mangelhafter Wirksamkeit umstritten. Vor allem Züchter wenden sie an.
Die Krankheit kann sich entwickeln, wenn eine (junge) Katze mit dem weitverbreiteten, relativ harmlosen Coronavirus infiziert und medizinischem und/oder psychischem Streß ausgesetzt ist. Die meisten Katzen haben sich schon im jungen Kätzchenalter mit dem Coronavirus infiziert – ohne davon krank zu sein –, so daß die Impfung bei ihnen sowieso sinnlos wäre. Corona-Infektion heißt überhaupt nicht, daß eine Katze FIP bekommen muß – das geschieht zum Glück nur selten und trifft meistens Jungtiere in Streßsituationen. FIP ist nicht von Katze zu Katze übertragbar. In einer deutschen Studie mit jungen und ausgewachsenen Katzen unter Tierheimbedingungen zeigte sich, daß der Impfstoff die zuvor coronavirusfreien Kätzchen nicht vor FIP schützte, im Gegenteil, bei den geimpften Kätzchen erkrankten 12 von 20, das waren mehr als bei den ungeimpften (10 von 20). Auch im neuen „Deutschen Impfkodex“ heißt es: „Bisher ist es nicht erwiesen, daß die Vakzine einen klinisch relevanten Impfschutz induziert.“ (Auf deutsch: Das Zeug taugt nix.)
Wie soll man es mit der Tollwutimpfung halten?
Durch die Änderung der deutschen Tollwutverordnung brauchen Katzen mit Freilauf im aktuell tollwutgefährdeten Gebiet NICHT MEHR JÄHRLICH gegen diese gefährliche Infektion nachgeimpft zu werden. Seit Februar 2006 gibt es in Deutschland (mindestens) einen VIER-JAHRES-IMPFSTOFF für Katzen. Katzenhalter sollten dieses Produkt verabreichen lassen. Dann braucht die Katze nur noch alle vier Jahre gegen Tollwut nachgeimpft zu werden.
Muß man jetzt nicht mehr zum Tierarzt?
Auf jährliche Impfungen zu verzichten darf nicht heißen, daß die Katze nicht mehr regelmäßig zum Tierarzt kommt. Vor allem ältere Tiere sollten regelmäßig gründlich untersucht werden. Es sollte uns nicht ums Sparen gehen, sondern um sinnvolle Gesundheitsvorsorge.
(dies war ein Artikel von Monika Peichl)
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Zum Schluß noch zwei Zitate von Professor Ronald D. Schultz,
er ist Veterinärimmunologe an der Universität von Wisconsin in Madison und langjähriger Kritiker der übermäßigen Impferei:
"Die Empfehlung, (Haustiere) jährlich zu impfen, wird immer weniger akzeptabel
angesichts der steigenden Zahl der Nebenwirkungen, vor allem solcher, die eine schwere Erkrankung verursachen oder gar den Tod, und angesichts der wachsenden Zahl der verfügbaren Impfstoffe."
"Meine eigenen Haustiere werden als Welpen ein- oder zweimal geimpft und dann nie wieder, mit Ausnahme der Tollwut-Impfung, die alle drei Jahre gegeben wird (...) Ich verfahre nach diesem Programm seit 1974, und es ist weder bei meinen Haustieren noch bei den Haustieren meiner Kinder und Enkel jemals eine Infektionskrankheit aufgetreten."
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Ich freue mich sehr auf eure Antworten und Meinungen !
Eure Claudia
Hi Claudia,
ich gehe da mit Dir und Mo Peichl völlig konform. Meine Katzen - reine Wohnungskatzen - werden schon seit Jahren nicht mehr geimpft. Die, die als Jungtiere zu mir gekommen sind, wurden als Welpen gegen Seuche und Schnupfen geimpft, sowie gegen FeLV getestet. Tollwut habe ich nie impfen lassen - ist in meinen Augen bei reinen Wohnungstigern völlig übertrieben.
Die Kleinen wurden nach einem Jahr noch einmal geimpft und seither ist Ruhe.
Seuche und Schnupfen ist ohnehin nur für Jungkatzen sowie für Katzen mit schlechtem Allgemeinzustand gefährlich, da brauch ich meine Katzen nicht jährlich mit einer Impfung konfrontieren, wenn sie so gut wie keinem Infektionsdruck ausgesetzt sind. FeLV brauche ich nicht impfen lassen, da alle meine Katzen negativ getestet wurden. FIP ... lassen wir das ....
Einzig Tollwut kann ich bei Freigängern nachvollziehen und auch empfehlen, aber ich habe reine Wohnungskatzen, was sich aufgrund diverser Gründe auch nicht ändern wird. Also ist die Tollwutimpfung für meine Katzen auch kein Thema.
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