Roona
05.10.2005, 22:15
Also, möchte hier alle Rattenhalter zu der Mykaplasmose aufklären, da dies sehr wichtig ist zu wissen :nicken:
Allgemein:
Bei Ratten ist ja asthma bronchiale oder Wasser in der Lunge eher selten. Was aber jedoch relativ häufig vorkommt ist die Mykoplasmose (Mycoplamsa pulmonis), welche an den meisten Infektionkrankheiten der Atemwege beteiligt ist!!! Meist bewirkt es eine Entzündung des Lungengewebes und der Luftwege, kann aber auch die harnableitende Systeme (Nieren, Harnleiter, Blase, Harnröhre) und das Genitalsystem betreffen. Mittelohrentzündungen oder bei bakteriell bedingten Gleichgewichtsstörungen an können auch von diesem Kein beeinflusst sein!
Krankheitsbild:
Vermutlich tragen sehr viele Ratten den Erreger mit sich, ohne dass jemals Symptome erscheinen. Doch meist äussert sich die Krankheit schon ganz harmlos in der ersten Lebensphase. Häufiges Niesen und rötliches Sekret (nein, kein Blut!!!) aus Nase und Augen sind die vielfach die ersten Symptome. Die Ratte erscheint sonst fit und gesund, frisst normal und hat ein glänzendes Fell. Jedoch wird durch die Infektion Lungengewebe verändert, so dass sich die einzelnen Lungenbläschen "auflösen" und so eine Aussackung entsteht, die weniger Oberfläche hat (welche zum Atmen und dem gasasutausch dringend notwendig ist!!!). Nun fängt die Ratte an Luftnot zu bekommen, das Tier wird krankheitsbedingt ruhiger. Schon jetzt kann die Flankenatmung einsetzen! Je länger es dauert, desto mehr Lungengewebe geht verloren...Die Ratte hat nun schon in Ruhe grösste Atemnot! Sie reckt den Hals vor und schnappt dauernd nach Luft, manchmal verfärben sich die Zehen und Lippen schon bläulich.
Wer schon einmal unter Luftnot gelitten hat, kann sicher nachvollziehen, was die ratte nun durchmacht. "Todesangst" fällt manchmal auch in diesem Zusammenhang. Nun ist es am Besitzer, die ratte zum Tierarzt zu bringen und alle notwändigen Schitte einzuleiten, im Sinne der Ratte. Auch das Einschläfern sollte ganz sicher in Erwägung gezogen werden!!!
Übertragung:
Bekannt ist die Tröpfchenübertragung oder durch direkten Kontakt, Schmierinfektionen oder ähnliches wurden bislang nicht nachgewiesen. Mesit geschieht die Infektion schon als Welpen, wenn die Mutter auch infiziert ist. Aber auch neu zum Bestand hinzugeholte Tiere werden frisch infiziert. Leider ist es sehr schwer, ein Rudel vollständig von diesem Keim zu befreien (abgesehen davon, dass es auch schwierig ist, ihn nachzuweisen...doch dazu später), dadurch kommt es dann nicht selten zu einem chronischen Krankheitsbild.
Nachweis der Krankheit
Dazu braucht man ein bestimmtes Nährmedium, auf dem die Keime besonders gut gedeihen können. Dazu muss man aber Proben aus dem hinteren Nasenraum, Mittelohr, Luftröhre oder der Gebärmutter haben... Leider eignen sich fast alle Entnahmeorte nicht am lebendem Tier (ausser, man kastriert ein Weibchen-->kann dann die Gebärmutter gebrauchen. Wird aber sehr selten gemacht).
Besser geht dies natürlich bei einem toten Tier. Wenn also der Verdacht auf Mykoplasmen besteht, kann man ein eingeschläfertes Tier (sofern dies notwendig war) dazu brauchen.
Man könnte auch einen Bluttest machen...Doch die wenigsten Labors verfügen über die notwenige Mittel dazu!
verschiedene Stämme:
Es gibt unterschiedlich agressive Stäme der Mycoplasma pulmonis, die unterschiedlich gut auf Antibiotika reagieren. Für den verlauf ist aber nicht nur der Stamm von Bedeutung, sonder auch das allgemeine Immunsystem der Ratte. So sollte Zigarettenrauch, Ammoniakgeruch (durch weniges Misten!!!) oder zu trockene Luft vermieden werden. Natürlich spielt auch die Erbanlage eine Rolle, jedoch hat man im Gegensatz zu äusseren Faktoren kaum einen Einfluss darauf!
Ammoniak wird durch schlechte Belüftung speziell gefördert. Optimale Luftfeuchtigkeit für Ratten beträgt ca. 60%, die Temperatur etwa 18-22°C. Ebenso Mangelernährung verschlechtert den allgemeinen Immunzustand!
Hinzu kommt, dass nach einer Infektion mit Mycoplasma pulmonis das Immunsystem weiter geschwächt ist und damit andere Krenkheitserreger ein leichtes Spiel haben... Somit muss eine Ratte nicht zwangsläufig an Mykoplasmen sterben, sonder kann durch eine Folgeerkrankung zu grunde gehen!
Bei einer plötzlichen Verschlimmerung wie Apathie, stumpfes Fell, Appetitlosigkeit, tränende Augen und Nasen oder auch verschlechterung der Atmung sind Warnsignale. Nun sollte man ein Arztbesuch nicht weiter hinaus schieben, sondern sofort handeln! Es muss noch nicht das Ende heissen! Je früher man es erkennt, desto besser kann man helfen!!!
Quelle: Heizmann, Medizinische Mikrobiologie und Immunologie
Allgemein:
Bei Ratten ist ja asthma bronchiale oder Wasser in der Lunge eher selten. Was aber jedoch relativ häufig vorkommt ist die Mykoplasmose (Mycoplamsa pulmonis), welche an den meisten Infektionkrankheiten der Atemwege beteiligt ist!!! Meist bewirkt es eine Entzündung des Lungengewebes und der Luftwege, kann aber auch die harnableitende Systeme (Nieren, Harnleiter, Blase, Harnröhre) und das Genitalsystem betreffen. Mittelohrentzündungen oder bei bakteriell bedingten Gleichgewichtsstörungen an können auch von diesem Kein beeinflusst sein!
Krankheitsbild:
Vermutlich tragen sehr viele Ratten den Erreger mit sich, ohne dass jemals Symptome erscheinen. Doch meist äussert sich die Krankheit schon ganz harmlos in der ersten Lebensphase. Häufiges Niesen und rötliches Sekret (nein, kein Blut!!!) aus Nase und Augen sind die vielfach die ersten Symptome. Die Ratte erscheint sonst fit und gesund, frisst normal und hat ein glänzendes Fell. Jedoch wird durch die Infektion Lungengewebe verändert, so dass sich die einzelnen Lungenbläschen "auflösen" und so eine Aussackung entsteht, die weniger Oberfläche hat (welche zum Atmen und dem gasasutausch dringend notwendig ist!!!). Nun fängt die Ratte an Luftnot zu bekommen, das Tier wird krankheitsbedingt ruhiger. Schon jetzt kann die Flankenatmung einsetzen! Je länger es dauert, desto mehr Lungengewebe geht verloren...Die Ratte hat nun schon in Ruhe grösste Atemnot! Sie reckt den Hals vor und schnappt dauernd nach Luft, manchmal verfärben sich die Zehen und Lippen schon bläulich.
Wer schon einmal unter Luftnot gelitten hat, kann sicher nachvollziehen, was die ratte nun durchmacht. "Todesangst" fällt manchmal auch in diesem Zusammenhang. Nun ist es am Besitzer, die ratte zum Tierarzt zu bringen und alle notwändigen Schitte einzuleiten, im Sinne der Ratte. Auch das Einschläfern sollte ganz sicher in Erwägung gezogen werden!!!
Übertragung:
Bekannt ist die Tröpfchenübertragung oder durch direkten Kontakt, Schmierinfektionen oder ähnliches wurden bislang nicht nachgewiesen. Mesit geschieht die Infektion schon als Welpen, wenn die Mutter auch infiziert ist. Aber auch neu zum Bestand hinzugeholte Tiere werden frisch infiziert. Leider ist es sehr schwer, ein Rudel vollständig von diesem Keim zu befreien (abgesehen davon, dass es auch schwierig ist, ihn nachzuweisen...doch dazu später), dadurch kommt es dann nicht selten zu einem chronischen Krankheitsbild.
Nachweis der Krankheit
Dazu braucht man ein bestimmtes Nährmedium, auf dem die Keime besonders gut gedeihen können. Dazu muss man aber Proben aus dem hinteren Nasenraum, Mittelohr, Luftröhre oder der Gebärmutter haben... Leider eignen sich fast alle Entnahmeorte nicht am lebendem Tier (ausser, man kastriert ein Weibchen-->kann dann die Gebärmutter gebrauchen. Wird aber sehr selten gemacht).
Besser geht dies natürlich bei einem toten Tier. Wenn also der Verdacht auf Mykoplasmen besteht, kann man ein eingeschläfertes Tier (sofern dies notwendig war) dazu brauchen.
Man könnte auch einen Bluttest machen...Doch die wenigsten Labors verfügen über die notwenige Mittel dazu!
verschiedene Stämme:
Es gibt unterschiedlich agressive Stäme der Mycoplasma pulmonis, die unterschiedlich gut auf Antibiotika reagieren. Für den verlauf ist aber nicht nur der Stamm von Bedeutung, sonder auch das allgemeine Immunsystem der Ratte. So sollte Zigarettenrauch, Ammoniakgeruch (durch weniges Misten!!!) oder zu trockene Luft vermieden werden. Natürlich spielt auch die Erbanlage eine Rolle, jedoch hat man im Gegensatz zu äusseren Faktoren kaum einen Einfluss darauf!
Ammoniak wird durch schlechte Belüftung speziell gefördert. Optimale Luftfeuchtigkeit für Ratten beträgt ca. 60%, die Temperatur etwa 18-22°C. Ebenso Mangelernährung verschlechtert den allgemeinen Immunzustand!
Hinzu kommt, dass nach einer Infektion mit Mycoplasma pulmonis das Immunsystem weiter geschwächt ist und damit andere Krenkheitserreger ein leichtes Spiel haben... Somit muss eine Ratte nicht zwangsläufig an Mykoplasmen sterben, sonder kann durch eine Folgeerkrankung zu grunde gehen!
Bei einer plötzlichen Verschlimmerung wie Apathie, stumpfes Fell, Appetitlosigkeit, tränende Augen und Nasen oder auch verschlechterung der Atmung sind Warnsignale. Nun sollte man ein Arztbesuch nicht weiter hinaus schieben, sondern sofort handeln! Es muss noch nicht das Ende heissen! Je früher man es erkennt, desto besser kann man helfen!!!
Quelle: Heizmann, Medizinische Mikrobiologie und Immunologie

